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Das Leben ist ein langer Zug - es steigen immer wieder Leute ein, aber auch aus

Der Tag begann mit einem überfüllten Hörsaal 3H im Fach Rhetorik.
Winterwetter trübt die Laune, finde ich. Außerdem ändert das schwache Licht alles. Man sieht anders aus, die Mitmenschen sehen auch anders aus und ein einfacher Backstein erscheint häßlich, weil auch auf sein hartes Gesicht keine Sonne mehr scheint.
Der einzige Unterschied zwischen dem Winter in Düsseldorf und dem Winter in Kranenburg ist, dass hier weiterhin Leben existiert.
Ziemlich gespenstisch kann ein Tag im nebeligen Kranenburg sein. In Düsseldorf hingegen kann man um 9 Uhr abends noch im Starbucks an der Königsallee sitzen und mit einer Tasse Chai Tea Latte Männer beim Bäumepinkeln zuschauen. Was jetzt angenehmer ist, weiß ich nicht, aber unterhaltsamer ist das letztere.

Wenn man zwischen zwei Lebensabschnitten steht, ist das ein ganz eigenartiges Gefühl. Ich kann den Schnitt quasi spüren. Als hätt er mich ganz leicht am Arm erwischt. Ist zu viel passiert im letzten Monat. So viel, dass ich nicht drüber nachdenken kann.